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Flexible Arbeitszeitmodelle

24.11.2023 OYA

Flexible Arbeitszeiten – Modelle, Vorteile und wie Arbeitgeber diese richtig einsetzen

Jeder Mensch hat seinen eigenen Rhythmus, der durch Entwicklungen in der Kindheit, Gewohnheiten sowie auch genetischen Veranlagungen geprägt ist. Es ist wichtig der inneren Uhr Gehör zu verschaffen, um langfristig ausgeglichen und produktiv zu sein. In der Arbeitswelt ist dies häufig leider nicht möglich, auf seine innere Uhr zu hören. Feste Schichten, Frühes Aufstehen und Nachtarbeit ist nicht für jeden Menschen gleich gut umsetzbar.

Demnach gehört zu einer guten Work-Life-Balance auch die Förderung von flexiblen Arbeitszeitmodellen. Natürlich sind nicht alle Modelle in allen Berufen einfach umsetzbar, jedoch gibt es für fast alle Bereiche Ansätze, um die Arbeitszeiten zu verbessern und mehr auf die individuellen Bedürfnisse der Mitarbeiter einzugehen. 

 

Was genau versteht man unter flexiblen Arbeitszeiten?

Flexible Arbeitszeiten liegen vor, wenn Beschäftigte ihre Arbeitszeit frei planen können oder einen gewissen Spielraum in der Planung haben. Beispielsweise sind hierfür Kernarbeitszeiten, die den Mitarbeitern genügend Spielraum lassen, geeignet. Dadurch kann jeder Mitarbeiter selbst entscheiden, wie früh oder spät die Arbeitszeit beginnt und dennoch gibt es einen Zeitraum, an dem alle Mitarbeiter anwesend sind.  

 

5 Modelle von Arbeitspraktiken für flexiblere Arbeitszeiten

Komplett flexibel: Die Mitarbeiter haben eine festgelegte Stundenanzahl pro Woche und können diese arbeiten, wann und wo sie möchten. Wird dies den Mitarbeitern ermöglicht liegt häufig ein hohes Vertrauensverhältnis vor, das die Motivation und Produktivität zusätzlich steigert.

Komprimierte Stunden: Weniger Stunden pro Woche und die Möglichkeit diese im eigenen Rhythmus zu verteilen, bringt vielen Mitarbeitern bereits ein hohes Maß an Flexibilität.

Teilzeit: Einfach flexible Arbeitszeit durch weniger Arbeitsstunden pro Woche. Immer mehr Menschen verzichten auf mehr Gehalt und ziehen, wenn möglich Teilzeit vor. Die gewonnene zeitliche Flexibilität ist vielen Menschen mehr wert als Geld.

Annualisierte Stunden: Es wird eine bestimmte Stundenanzahl pro Jahr vereinbart, die Mitarbeiter können ihre täglichen Stunden völlig frei bestimmen. In der Regel wird dennoch monatlich ein gleichbleibender Betrag ausgezahlt, auf Basis der Gesamtstunden im Jahr. 

Vertrauensarbeitszeit: Es ist zwar eine bestimmte Anzahl an Stunden im Arbeitsvertrag festgehalten, allerdings sind die Mitarbeiter völlig frei, wann sie diese Stunden arbeiten, es werden keine Stunden gestempelt. Richtlinie bei Vertrauensarbeitszeiten ist das Erledigen der Arbeit unabhängig von starren Stundenanzahlen.

Gleitzeitarbeit: Das wohl bekannteste Arbeitszeitmodell ist die Gleitzeitarbeit. Hierbei haben die Mitarbeiter eine fixe Stundenanzahl pro Tag, der Beginn und Endzeitpunkt ihrer Arbeit ist jedoch nicht fixiert. Dadurch haben die Mitarbeiter einen hohen Freiraum und können selbst entscheiden, wann sie den Arbeitstag beginnen. Gleitzeitarbeit hat sich besonders bei Bürotätigkeiten mittlerweile schon als Standard etabliert.

Job Sharing: Beim Job Sharing Modell teilen sich zwei Mitarbeiter eine Stelle und können untereinander die Arbeitszeiteinteilung individuell gestalten.

Es gibt viele Möglichkeiten wie Unternehmen ihren Mitarbeitern entgegenkommen können, um ihre Arbeitszeit besser mit ihrem Privatleben zu vereinbaren. Nicht alle Modelle lassen sich in allen Beschäftigungsarten umsetzen, vor allem bei Schichtbetrieb oder in gesundheitlichen Einrichtungen, in denen Menschen auch nachts betreut werden müssen. Dennoch können Arbeitgeber auch in diesen Bereichen den Mitarbeitern mehr Flexibilität durch beispielsweise weniger Stunden oder der Mitsprache beim Arbeitsbeginn bieten.

Wichtig ist hierbei immer die Kommunikation mit den Mitarbeitern und die Annahme von Verbesserungsvorschlägen. Denn es sollte eine hohe Priorität haben, Mitarbeiter zu halten und ihnen eine gute Balance zwischen Arbeit und Beruf zu ermöglichen. 

Flexible Arbeitszeitmodelle

Flexible Arbeitszeiten – wo kann ich flexibel Arbeiten?

Im Bereich der Kommunikation und Information können Sie davon ausgehen, dass flexible Arbeitszeiten auf Sie warten. Hier betrug der Anteil der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen, die von flexiblen Arbeitszeiten profitierten, etwa 70%. Im Handel, Verkehr und Gastgewerbe ist der Anteil mit leicht über 60% ebenfalls sehr hoch. Gefolgt wird dies vom Finanz- und Versicherungssektor mit 58%. Im produzierenden Gewerbe ist der Anteil im Branchenvergleich mit nur 25% am geringsten.

Weiter werfen wir nun einen Blick auf die Berufsfelder. Demnach haben Führungskräfte mit 70%, Wissenschaftler mit 51,9%, kaufmännische Angestellte mit 51,2% und Techniker mit 46,7% die meiste Flexibilität und Freiheit in Bezug auf die Einteilung ihrer Arbeitszeiten. Im Dienstleistungssektor und Handwerk beträgt der Anteil nur etwa 20%. Das Schlusslicht bilden Anlagen- und Maschinenbediener mit lediglich 13%.

Sobald Maschinen und feste Produktionszeiten im Beruf vorherrschen, ist die Umsetzung von flexiblen Arbeitszeiten meist nicht einfach möglich. Arbeitgeber können jedoch Teilzeit, reduzierte Stunden, einfache Selbstorganisation der Schichten und weitere Maßnahmen ergreifen, um eine gewissen Flexibilität zu schaffen. Dadurch kann auch in der Produktion eine flexible Arbeitszeiteinteilung teilweise ermöglicht werden.

 

Was sagt das Arbeitszeitgesetz zu flexiblen Arbeitszeiten?

Im Arbeitszeitgesetzt ist die Arbeitszeit, Pausen, Ruhezeiten und Ausnahmeregelungen verankert. Die werktägliche Arbeitszeit darf demnach nicht mehr als 8 Stunden betragen. Wenn an einem Tag mehr gearbeitet wird und an einem anderen Tag weniger, wird dies ausgeglichen. Nach 6 Stunden muss eine Pause von 30 Minuten gemacht werden, nach 9 Stunden zusätzlich eine Pause von 15 Minuten. Die Pausen können immer in Zeitabschnitten von 15 Minuten genommen werden. Unter 15 Minuten spricht man nicht von einer Pause, da hier keine ausreichende Zeit zur Erholung vorliegt. 

Es gibt viele Regelungen zu Arbeitszeiten, aber keine gesetzlichen Regelungen, die bestimmte Zeiten vorschreiben oder flexible Arbeitsmodelle ausschließen. Demnach ist liegt die Gestaltung der Arbeitszeiten und die Ermöglichung flexibler Arbeitszeitmodelle in der Verantwortung jedes einzelnen Unternehmens.

Flexible Arbeitszeitmodelle

Welche Vorteile haben flexible Arbeitszeitmodelle für Arbeitgeber?

Während einige Arbeitgeber strikte Arbeitszeiten und starre Strukturen vertreten, liegt es anderen Arbeitgebern sehr stark am Herzen eine flexible und vertrauensbasierte Arbeitskultur zu schaffen. Doch was genau sind die Vorteile von flexiblen Arbeitszeiten für den Arbeitgeber?

Diese Frage ist natürlich stark von den Vorstellungen des Arbeitgebers abhängig. Bei flexiblen Arbeitszeiten herrscht jedoch eine höhere Eigenverantwortung beim Arbeitnehmer, die oftmals die Loyalität und die Selbstständigkeit fördert. Diese Arbeitsmoral motiviert und sorgt dafür, dass Unternehmen auch in sich wandelnden Arbeitskulturen attraktiv für neue Arbeitskräfte bleiben.

Flexibilität, Home-Office Möglichkeiten und Benefits sorgen dafür, dass Mitarbeiter sich insgesamt wohl fühlen und ihre Arbeit zuverlässig erledigen können.

 

Fazit – flexible Arbeitszeiten

In gewissem Maße ist es gut, wenn Arbeitszeiten geregelt sind, um Mitarbeiter fair zu behandeln und eine nachvollziehbare Entlohnung sicherzustellen. In welcher Form Arbeitgeber darüber hinaus eine gewisse Eigenverantwortung und Flexibilität bieten können, unterscheidet sich in jedem Berufsfeld.

Flexible Arbeitszeitmodelle können, richtig eingesetzt, viele Vorteile für das Wohlbefinden und die Work-Life-Balance von Mitarbeitern bringen. Eine gewisse, aber nicht zu starre Struktur wie beispielsweise Kernarbeitszeiten stellt häufig das richtige Maß an Flexibilität dar.

Im Gegensatz zu den Vorteilen der flexiblen Arbeitszeiten müssen jedoch auch die negativen Aspekte gesehen werden, wenn flexible Arbeitszeiten ein gewisses Maß überschreiten. Bei Vertrauensarbeitszeit beispielsweise wird dem Arbeitnehmer eine feste Arbeitszeit vorgelegt, diese wird jedoch nicht gestempelt. Die Mitarbeiter können arbeiten, wann sie wollen, Hauptsache die Arbeit wird erledigt. Dies birgt jedoch häufig die Gefahr der Überarbeitung und keiner Möglichkeit Überstunden abzubauen. 

Schlussendlich ist es demnach wichtig, herauszufinden, welches flexible Arbeitszeitmodell für einen selbst am besten funktioniert. Im gleichen Ansatz müssen Arbeitgeber offen sein für die individuellen Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter, um diesen bestmöglich gerecht zu werden.

 

 

Quellen:

Globalization Partners: https://www.globalization-partners.com/de/blog/7-flexible-working-practices-to-boost-retention/?utm_source=Adwords&utm_medium=cpc&utm_campaign=Search_|_Germany_-_Dynamic_[de]&utm_term=&network=g&gad_source=1&gclid=EAIaIQobChMI7Z7v8s_ZggMV1Z2DBx1LNAVHEAAYAiAAEgL0pPD_BwE

Statistisches Bundesamt: https://www.destatis.de/DE/Themen/Arbeit/Arbeitsmarkt/Qualitaet-Arbeit/Dimension-3/flexible-arbeitszeiten.html

SSZ Beratung: https://www.ssz-beratung.de/was-sind-die-wichtigsten-festlegungen-im-ar…

Fotos: Unsplash

 

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