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10.02.2026 ● AZV

Krank arbeiten statt auskurieren - Präsentismus im Job

Dieser Text wurde per KI modifiziert

„Ich melde mich nie krank.“ Aussagen wie diese gelten in vielen Arbeitsumfeldern noch immer als Beweis für Einsatzbereitschaft und Belastbarkeit. Tatsächlich gehen jedoch zahlreiche Beschäftigte trotz körperlicher oder psychischer Beschwerden weiterhin zur Arbeit. Eine Erhebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes aus dem Jahr 2024 zeigt: Rund 63 Prozent der Arbeitnehmenden waren mindestens einmal ernsthaft krank und dennoch im Job. Doch weshalb hält sich dieser Gedanke so hartnäckig – und warum ist er problematisch?

Präsentismus: Anwesend, aber nicht leistungsfähig

Wenn Mitarbeitende trotz Krankheit arbeiten, spricht man von Präsentismus. Dahinter stecken unterschiedliche Motive. Häufig ist es die Sorge, den eigenen Arbeitsplatz zu gefährden oder ersetzbar zu wirken. In einer Arbeitswelt, die von Unsicherheit, Fachkräftemangel und befristeten Verträgen geprägt ist, wächst bei vielen der Druck, ständig „funktionieren“ zu müssen. Krankheit wird dabei nicht als legitimer Ausfallgrund wahrgenommen, sondern als Zeichen von Schwäche.

Hinzu kommen Schuldgefühle gegenüber dem Team – auch bekannt als „Sick Guilt“. Wer fehlt, befürchtet, Kolleg:innen zusätzliche Arbeit aufzubürden oder Projekte zu verzögern. Dieses schlechte Gewissen führt oft dazu, dass die eigene Gesundheit hintenangestellt wird.

Nicht selten entsteht der Druck jedoch aus dem eigenen Anspruch heraus. Ein starkes Pflichtgefühl, Perfektionismus oder die Angst vor einem wachsenden Aufgabenberg halten viele davon ab, sich krankzumelden. Die Folge: Man schleppt sich zur Arbeit, obwohl Körper oder Psyche eine Pause bräuchten.

Warum Unternehmen gefragt sind

Wer krank arbeitet, schadet sich selbst – und oft auch anderen. Erkrankungen heilen langsamer aus, können sich verschlimmern oder chronisch werden. Eine einfache Erkältung, die mit ausreichend Ruhe nach wenigen Tagen vorbei wäre, zieht sich unter Belastung nicht selten über Wochen. Zusätzlich steigt das Risiko, Kolleg:innen anzustecken und ganze Teams außer Gefecht zu setzen.

Für Unternehmen bedeutet Präsentismus daher keinen Vorteil: Zwar sind Mitarbeitende physisch anwesend, ihre Leistungsfähigkeit ist jedoch eingeschränkt. Umso wichtiger ist es, als Arbeitgeber:in ein Umfeld zu schaffen, in dem Gesundheit ernst genommen wird. Eine offene, wertschätzende Unternehmenskultur gibt Beschäftigten die Sicherheit, sich im Krankheitsfall ohne Angst vor negativen Konsequenzen abzumelden.

Wer sich erholen darf, kommt gesünder, motivierter und leistungsfähiger zurück. Der bewusste Umgang mit Krankheit ist damit kein Zeichen von Schwäche – sondern ein wichtiger Bestandteil nachhaltiger Arbeitskultur.

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