Search
Haupt-Navigation
© fizkes - stock.adobe.com

22.08.2024 AZV

Teilzeit in Führungspositionen: Eine Entwicklung im Wandel

Führungskräfte, die in Teilzeit arbeiten, sind derzeit noch eine Seltenheit. Doch angesichts des zunehmenden Mangels an Interessenten für Führungspositionen könnte sich dies bald ändern. Die Herausforderungen, passende Kandidaten für Vorgesetztenfunktionen zu finden, könnten dazu führen, dass Teilzeit-Führungskräfte künftig stärker vertreten sein werden. Allerdings müssten dann auch die übrigen Mitarbeiter bereit sein, mehr Verantwortung im Unternehmen zu übernehmen.

Herausforderungen und Chancen der Teilzeitführung

Der Fachkräftemangel betrifft zahlreiche Branchen. Neben Pflegekräften, Lehrern und Handwerkern fehlen auch Führungskräfte. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass deutsche Betriebe vermehrt größere Schwierigkeiten hatten Führungspositionen zu besetzen. Ein zentraler Grund hierfür ist, dass immer weniger Beschäftigte eine leitende Rolle anstreben.

Die Beschäftigten mit Personalverantwortung, welche in Teilzeit arbeiten, arbeiten jedoch oft fast Vollzeit. Die Frage stellt sich: Warum ist das so? Führungskräfte haben oft höhere Gehälter und genießen ein gesellschaftliches Ansehen, was die Attraktivität solcher Positionen erhöht. Trotzdem schrecken viele vor den zeitlichen Anforderungen zurück. Während immer mehr Arbeitnehmer ihr Arbeitspensum reduzieren möchten, geht der Großteil der Führungskräfte davon aus, dass Positionen als Führungskraft nur mit langen Arbeitszeiten und hoher Flexibilität bewältigt werden können. Die Anforderung heutzutage sei, dass Führungskräfte in ihrem Unternehmen sowohl zeitlich als auch räumlich flexibel sein müssen.

Zusätzlich erwarten viele Personaler ein hohes Maß an zeitlichem Engagement und regelmäßige Überstunden von ihren Führungskräften. In Deutschland arbeiten die meisten Führungskräfte Vollzeit, während nur ein kleiner Teil ein Teilzeitmodell nutzt. Diese wenigen Teilzeit-Führungskräfte arbeiten jedoch häufig nahezu Vollzeit, was den hohen Anforderungen ihrer Positionen geschuldet ist.

Ein deutlicher Unterschied zeigt sich zwischen den Geschlechtern, da mehr männliche als weiblichen Führungskräfte in Teilzeit arbeiten.

Unternehmen erkennen zunehmend den Wert von Teilzeitführung als Signal für die Vereinbarkeit von Familie und Karriere. Einige Personalverantwortlichen vertreten die Meinung, dass Führung in Teilzeit nur dann effektiv ist, wenn auch Mitarbeiter ohne Führungsrolle mehr unternehmerische Verantwortung übernehmen. Diese Mitarbeiter könnten Führungskräfte mit Unterstützung entlasten. Weitere Modelle wie das Einsetzen von Stellvertretern oder das Aufteilen einer Führungsposition auf zwei Personen, können ebenfalls dazu beitragen, Führungskräften mehr Flexibilität zu verschaffen.

Fazit: Warum Teilzeit-Führungskräfte immer noch selten sind

Ein Aspekt ist die traditionelle Sichtweise auf Führungsrollen, die oft mit langen Arbeitszeiten und ständiger Verfügbarkeit verbunden sind. Diese Sichtweise sollte sich ändern, um Teilzeit-Führungskräfte zu fördern.

Ein weiterer Aspekt ist die betriebliche Kultur. Unternehmen, die flexible Arbeitsmodelle unterstützen und fördern, können eher Führungskräfte in Teilzeit integrieren. Dies erfordert jedoch eine Änderung der Unternehmenskultur und die Bereitschaft, neue Arbeitsmodelle auszuprobieren. Führungskräfte sollten Aufgaben delegieren und ihren Teams Vertrauen schenken, um erfolgreich in Teilzeit arbeiten zu können.

Die Zukunft der Arbeit könnte mehr Führungskräfte in Teilzeit sehen. Dies würde nicht nur den Unternehmen helfen, die Schwierigkeiten haben, Führungspositionen zu besetzen, sondern auch den Arbeitnehmern, die eine bessere Work-Life-Balance anstreben. Durch die Schaffung einer unterstützenden Unternehmenskultur und die Förderung von flexiblen Arbeitsmodellen können Unternehmen die Vorteile von Teilzeit-Führungskräften nutzen und gleichzeitig die Zufriedenheit und das Engagement ihrer Mitarbeiter steigern.

Passende Blog-Artikel

© Achmad Khoeron - stock.adobe.com

Arbeitswelt 2026: Entwicklungen, die Unternehmen jetzt im Blick haben sollten

Wie arbeiten wir morgen – und worauf kommt es 2026 wirklich an? Zwischen Hybrid Work, wachsender Bedeutung von Benefits und dem zunehmenden Einsatz von KI verändert sich die Arbeitswelt spürbar. Welche Entwicklungen Unternehmen jetzt im Blick haben sollten und was Beschäftigte künftig erwarten, lesen Sie im Artikel.
HR-Wissen
© deagreez - stock.adobe.com

Frauen in der Führungsposition: Warum der Wandel stockt

Frauen sind in Führungspositionen weiterhin deutlich unterrepräsentiert – trotz Qualifikation, Förderprogrammen und wachsender Sensibilität für Gleichstellung. Woran liegt das? Der Artikel beleuchtet Zahlen, strukturelle Ursachen und zeigt, was Unternehmen nachhaltig verändern können.
HR-Wissen
© Viktoriia - stock.adobe.com

Vier-Tage-Woche im Realitätscheck: Was steckt hinter dem Trend

Vier Tage arbeiten, drei Tage frei – klingt perfekt. Aber hält der Trend, was er verspricht? Wir werfen einen Blick auf echte Praxisbeispiele, zeigen Herausforderungen auf und erklären, warum die Vier-Tage-Woche je nach Betrieb zum Gamechanger oder zum Stolperstein wird.
HR-Wissen